Wir sind ausgezogen um den "Bund" wiederzufinden. Was meinen wir damit?
Wo sind wir fündig geworden? Wie sieht unsere Bund-Alternative aus? - Viele Fragen und sieben Antworten.

1. Sie sagten Sie seien ausgezogen, um den “Bund” wiederzufinden. Was meinen Sie damit?

Ich meine mit “Bund” die 10jährige deutsche Bundesanleihe von vor 20 Jahren; ein Portfolio-Baustein, der jährlich einen Ertrag von rund 4% bei ähnlichem Volatilitätsniveau liefert und gleichzeitig ein gutes Gegengewicht gegenüber Aktien darstellt. Leider hat in Zeiten der Neuen Normalität die 10jährige deutsche Staatsanleihe diese Charakteristiken verloren. Der Bund von damals ist verschwunden. Interessanterweise sind wir in China fündig geworden.

2. In China?

Ja. Wir haben uns angeschaut, wie die Chinesen investieren. Da gibt es im Portfolio einerseits eine Komponente, die eine Teilnahme an der Wachstums-Story der Schwellenländer erlaubt. Der Schwellenländerfokus wird auch bei der Komponente Zinseinkommen sichtbar. Gleichzeitig hält man immer Liquidität in einer harten Währung, wie US-Dollar oder Euro. Schließlich ist auch ein fester Bestandteil des Portfolios mit realen Vermögenswerten besetzt; allen voran Gold, dem jahrhundertealten Schutz gegen extreme Ereignisse.

Wir haben diese Grundidee übertragen in eine Kombination aus einem Teil Emerging Markets Währungen und Zinsen, einem Teil Staatsanleihen großer Industrieländer und einem Teil goldnahe Investitionen.

3. Das hört sich aber eher nach einer sehr volatilen Mischung an und nicht nach dem Bund?

Das ist auch nur die Kombination für das Basisportfolio. Interessanterweise ist aber diese Kombination weniger volatil als jedes einzelne Element. Da hilft tatsächlich der Riskostreuungseffekt, der dieser Kombination innewohnt.

Zum Basisportfolio hinzu kommt eine regelbasierte großflächige Währungssicherung, die auf unserer aktiven Währungsmanagementexpertise basiert. Zusätzlich können wir auch das Zinsrisiko aktiv steuern und unsere langjährige Fachkompetenz bei der Rentenauswahl nutzen.

Grundsätzlich haben uns überlegt, dass wir im Rentenbereich den umgekehrten Weg zu vielen vorhandenen Konzepten gehen sollten. D.h. wir fangen nicht mit einer relativ sicheren, aber auch eher niedrig rentierenden Anlageklasse an und versuchen über Derivate-Overlays mehr Rendite zu generieren. Wir starten mit einer höher rentierenden, aber auch risikoreicheren Anlageklasse und versuchen durch ein Derivate-Overlay Risiken herauszunehmen.

Das Ergebnis kommt im Ertrag-zu-Risiko-Verhältnis dem Bund von damals relativ nahe: Mit einer Fälligkeitsrendite von rund 4% p.a. als Basis sehen wir ein Gesamtertragspotenzial von ca. 7% p.a. bei einer Volatilität von um die 6,5% p.a., bei einem durchschnittlichen Bonitätsrating im Investment Grade Bereich und einer historisch äußerst geringen bis negativen Korrelation zu globalen Aktien. Andererseits weist die Strategie eine Korrelation von ca. 0,6 zu deutschen Staatsanleihen auf - und liefert auch noch die Möglichkeit für einen Inflationsschutz mit.

4. Wie meinen Sie das mit dem Inflationsschutz?

Wir haben festgestellt, dass EM-Währungsstärke und US-Inflationserwartungen historisch eine hohe Korrelation aufweisen. Unsere Prognosemodelle zeigen die Möglichkeit auf, dass aus verschiedenen Gründen, die Inflation in den USA nächstes Jahr nach oben hin überraschen könnte. Das heißt ein positiver Effekt auf der Währungsseite könnte den wahrscheinlichen negativen Effekt auf der Zinsseite ausgleichen. Zusätzlich können wir auch auf der Zinsseite in inflationsgeschützte Staatsanleihen investieren.

5. Wie halten Sie es mit ESG?

Zu diesem Thema haben wir uns viele Gedanken gemacht, da uns verantwortliches und nachhaltiges Investieren sehr am Herzen liegt. Allerdings sind die üblichen ESG Ansätze nicht einfach auf die Währungswelt übertragbar bzw. in der Lokalwährungsanleihenwelt nicht vernünftig anwendbar.

Letztendlich haben wir uns für einen ESG-Integrationsansatz entschieden und uns gleichzeitig zum Ziel gesetzt ein Minimum ESG-Rating von BBB für das Rentenportfolio einzuhalten. Zudem haben wir festgestellt, dass die größte Wirkung, also quasi "Impact Investing", dadurch erreicht wird, dass wir unsere persönlichen fünf ESG-Ziele direkt fördern, indem wir jedes Jahr mit mindestens 25% unserer Performance-Fee lokale Umwelt- oder Sozialprojekte unterstützen. Kurz gesagt: Gutes tun durch gute Performance! - Vorschläge für Projekte aus dem Anlegerkreis des Fonds heißen wir willkommen.

6. Das Corona-Jahr 2020 ist ein eher ungewöhnlicher Zeitpunkt, um mit einem Start-Up eine solche Idee umzusetzen - warum haben Sie sich für diesen Schritt entschieden?

Das war in der Tat keine leichte Entscheidung, vor allem, weil ich persönlich dieses Jahr auch das Projekt Hausbau in Angriff genommen habe. Allerdings lernt man in mehreren Monaten zu Hause nicht nur einen Vollzeitjob, Kinderbetreuung und Haushalt unter Extremumständen zu jonglieren und gleichzeitig mit einer ständigen latenten Angst vor dem Unbekannten umzugehen, sondern auch seine eigenen Prioritäten und Überzeugungen kennen.

Gleichzeitig beobachtet man seit einiger Zeit, dass innerhalb einer größeren Firma Produktinnovationen nur äußerst zögerlich angegangen werden und man sich im Zweifelsfall damit zufrieden gibt, Altbewährtes zu verbessern.

Wir sind davon überzeugt, dass die Zeit für unsere Bund-Alternative reif ist. Sie bietet Investoren einen Lösungsansatz für die Probleme, die sich derzeit in vielen Portfolios zeigen. Wenn man „High Conviction“ Investitionen predigt, muss man auch selbst authentisch handeln mit dem eigenen Kapital.

Die Auflage unseres VAG-konformen, deutschen Publikumsfonds „MakroWerk Global Macro Bonds“ ist für 2021 geplant.

7. Wer steckt eigentlich hinter MakroWerk Investment Management GmbH?

Hinter MakroWerk steht ein Team mit langjähriger Investment Management Erfahrung in den Bereichen Währungen und Zinsen, also die typischen makroökonomisch getriebenen Variablen. Die Fachkompetenz des Teams erstreckt sich nicht nur auf Industrieländermärkte, wo wir besondere Expertise für inflationsgeschützte Anleihen aufweisen, sondern auch auf die Schwellenländer-märkte in Lokalwährung.

Wir sehen unsere Aufgabe als eine Mischung aus Handwerk und Kunstwerk, da solide Routinen und langjährige Erfahrungsgrundlagen mit einer Portion Kreativität gepaart werden müssen, um innovative Lösungsansätze zu finden. Unser Motto ist „Vermögensgestaltung für Vorausdenker“.

Bildquelle: MakroWerk